Donnerstag, 26. Juni 2014

Entdeckt die wilde Seite Hamburgs! Am langen Tag der Stadtnatur!

Ich wurde letzte Woche sehr positiv überrascht, als mich RTL Nord angerufen und gefragt hat, ob ich Lust hätte, als Bloggerin und Protagonistin im TV-Beitrag,
zusammen mit dem Redaktionsteam, die Hamburger Naturschönheiten zu entdecken.
Man musste mich nicht lange überreden, ich fand das Angebot toll und habe sofort zugesagt. 

Wir haben uns am Mittwochnachmittag getroffen und sind zuerst zum Naturschutz-Infohaus Boberger Niederung gefahren, wo wir mit unserem Naturexperten - dem Geschäftsführer der Loki Schmidt Stifung, Herrn Axel Jahn, verabredet waren. Mit ihm wollten wir nämlich die Führung durch drei Hamburger Naturgebiete machen: Boberger Dünen, Elbinsel Kaltehofe und das Wittmoor in Lemsahl-Mellingstedt. 
In Boberger Dünen war ich vorher paar Mal (und über den Boberger See habe ich sogar schon geschrieben.) Aber es war mir nicht klar, dass dieses Gebiet ein Lebensraum für soo viele Arten von Pflanzen (Silbergras, Sandsegge, Bergsandglückchen) und Tieren (Wildbienen, Sandwespen, Dünensandlaufkäfer, Baumpieper, Heidelerche) ist!
Hier wächst auch die Schwanenblume, die von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres 2014 ausgewählt wurde. Dieses ca. 350 Hektar große Gelände liegt in den Stadtteilen Billwerder und Lohbrügge. Man kann es sehr einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, z.B. mit der Linie S21 (Station Mittlerer Landweg) oder mit dem Bus 330 von Billstedt (Haltestelle Billwerder Kirche). 
Wenn ich in der Boberger Niederung spazieren gehe, kann ich nicht glauben, dass ich in einer Großstadt bin. Hier kann ich Urlaubs-Feeling erleben und barfuß durch weißen Sand laufen! 
Während des langen Tages der Stadtnatur habt ihr die Möglichkeit, die Veranstaltungen zu besuchen, die in Boberg stattinden. Ich kann es sehr empfehlen!




Silbergras


Unser nächstes Ziel war Kaltehofe, die Halbinsel, wo nach der Cholera-Epidemie von 1892 Hamburgs erste Filtrationsanlagen für sauberes Trinkwasser entstanden sind.. Diese schöne Insel liegt in Rothenburgsort, ist 1,8 km lang, 520 Meter breit und ihre Fläche beträgt ca. 60 Hektar. Das Gelände sieht sehr idyllisch aus, nur das blaue Vattenfall Kraftwerk Gebäude passt nicht zu der Landschaft.
Auffällig ist das Industriedenkmal - eine Villa, wo sich heutzutage u.a. das Wasserkunstmuseum und ein nettes Cafe befinden und wo auch verschiedene Veranstaltungen stattfinden. 
Von Rothenburgsort bis Bergedorf kann man eine schöne Fahrradtour machen. Die Strecke ist ca.15 km lang und sehr abwechslungsreich. Ich werde die Insel auf jeden Fall irgendwann noch mal mit dem Fahrrad erkunden! 
Am interessanten während der Führung fand ich die Geschichte über Johanniskraut! Diese kleine, unauffällige, gelbe Blume blüht um den 24 Juni (Tag des Heiligen Johannes, deswegen wurde sie nach ihm genannt.) Das besondere an ihr sind ihre Blätter. Wenn man sie ganz genau anschaut, sieht man mit Öl gefüllte Drüsen. Ihre wertvollen Blüten enthalten Hypericin, die in der Medizin als Antidepressiva eingesetzt wird.
Wenn man die Blüten zwischen den Fingern zerquetscht, kommt ein roter Saft (Johannes Blut) raus.




Johanniskraut 


Nachdem wir Sand und Wasser gesehen haben, ist die Zeit gekommen, um ein Moor zu besuchen! Wir haben uns auf den Weg nach Lemsahl-Mellingsedt (Bushaltestelle Fiersbarg) gemacht, wo das Wittmoor liegt. Als ich erfahren habe, dass man dort den Kreuzottern begegnen kann, bin ich leicht in Panik geraten, weil ich Todesangst vor Schlangen habe. Aber dadurch, dass wir zu 4 waren, war meine Angst schnell weg. Der Weg durch das Moor fühlte sich sehr angenehm an. Der Boden ist nämlich weich, wie eine Matte in der Turnhalle:) Es ist so, weil er das Regenwasser speichert.
In diesem Naturschutzgebiet leben auch sehr viele interessante Pflanzen- und Tierarten. Ich habe lange einen süßen, kleinen Kiebitz durch das Fernglas beobachtet und ich fand es total faszinierend! 
Herr Jahn hat uns auch die sogenannte fleischfressende Pflanze gezeigt und über sie erzählt. Sie ist, genauso wie Johanniskraut, klein und unauffällig, kann aber für die Insekte (sogar Libellen), ganz gefährlich werden! Sie sind ihr Lieblingsessen:) 
Im Wittmoor wurde zum Glück noch keine Leiche gefunden, aber es verbergen sich dort viele andere Schätze! 
Für mich (und ich glaube auch für das ganze Team), war das Wittmoor Highlight des Tages!










Die fleischfressende Pflanze
Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, diese Führung mitzumachen. Sie hat mir die Augen geöffnet und ich werde mehr aufmerksam, wenn ich wieder einen Ausflug in die Natur mache. Ich habe eine Menge gelernt und viel Neues über die Stadtnatur erfahren. 
Zum Schluss möchte ich mich bei Herrn Jahn bedanken, dass er sich die Zeit genommen hat, um uns an dem Tag zu begleiten, und vor allem beim Team von RTL Nord. Vielen Dank für die Einladung und Unterstützung beim Dreh!