Sonntag, 2. November 2014

Balu und Du

Ich habe vor 3 Jahren im Berliner Bogen gearbeitet und oft in der Mittagspause mit den Kollegen in die Mensa gegangen. Ich finde das Essen in den Hamburger Mensas sehr lecker und günstig! 2,50 für die Hauptspeise, das  war zwar Studentenpreis, aber niemand hat von uns Ausweis verlangt.

Eines Tages, im Januar 2012 habe in der Mensa ein Plakat gesehen. Auf dem Bild waren ein Mädel mit einem Kind zu sehen und der Titel hat meine Aufmerksamkeit geweckt: Balu und Du. Unten war das Malteser Logo. Die Stiftung kannte ich schon vom Hören, ich hatte aber mit ihnen noch nichts zu tun.

Am selben Tag habe ich die Ansprechpartnerin angerufen um mehr Infos zu bekommen. Das Projekt war das, was ich schon seit längerer Zeit gesucht habe!  Die Idee war, dass man sich ein Jahr lang mit einem Grundschulkind trifft und verschiedene Sachen mit ihm unternimmt. Ich war sofort begeistert und hab mich über die Einladung zum ersten Meeting bei den Maltesern sehr gefreut.  Das war das allererste Treffen denn Balu und Du hat gerade gestartet. 

Die anderen Engagierten waren ungefähr in meinem Alter: zwischen 20 und 30... die meisten waren Bundeswehr Uni Studenten, es gab aber auch junge Berufstätige, wie ich.  Wir waren eine Gruppe von ca. 10 Leuten.  Es dauerte ein paar Wochen, bis wir die Kinder "bekommen" haben. In dieser Zeit haben wir besprochen, was wir mit den Kleinen machen werden, welche Probleme können auftreten etc.
Die meisten Kinder, die für Balu und Du angemeldet wurden, hatten Migrationshintergrund, viele konnten kein Deutsch. Manche hatten nur einen Elternteil, es gab auch welche, deren Eltern nicht so viel Geld hatten und Kinder, die Probleme in der Schule bereitet haben. Sie brauchten einen großen Freund, eine Bezugsperson, jemanden, der ihnen besondere Aufmerksamkeit schenkt und Sachen mit ihnen macht, für die ihre Eltern keine Zeit oder Lust hatten. 


Mein Balu ist in Deutschland geboren, aber beide Eltern waren Chinesen. Er war 9 Jahre alt. Von Anfang an haben wir uns sehr gut verstanden. Wir haben Witze gemacht, lustige Geschichten erzählt und jedes mal etwas Tolles unternommen.  Da ich vollzeit gearbeitet habe, konnten wir uns nur an den Wochenenden treffen. Er hatte eine ganz nette Familie.  Die Eltern waren Besitzer eines guten chinesischen Restaurants, wo ich schnell ein Stammgast wurde. Der kleine hatte auch einen jüngeren Bruder, den er oft mitgenommen hat, und eine noch jüngere Schwester.

Ich habe eine schöne Zeit mit ihm verbracht, selber viel gelernt und mich sehr entwickelt. Das Jahr ging schnell vorbei.


Ich empfehle Balu und Du jedem, der Freude am Umgang mit Kindern hat und sich engagieren möchte.  Das einzige Hindernis ist nur das Alter.  Ofiziell darf man an dem Projekt bis 30 teilnehmen, aber es werden auch Ausnahmen gemacht :)
Alle Infos über das Projekt findet ihr auf der Internetseite von Balu und Du.